Was ist Epitalon?
Epitalon ist ein Peptid, also eine kurze Kette aus Aminosäuren. Die meisten Peptide, über die berichtet wird, haben Dutzende Glieder. Epitalon hat vier, in dieser Reihenfolge: Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Glycin. In der Fachsprache heißt das Ala-Glu-Asp-Gly oder einfach AEDG.
Woher der Name kommt
Der Name verweist auf den Epithalamus, den Hirnabschnitt, zu dem die Zirbeldrüse gehört. Epitalon wurde entworfen, nachdem Forscher die Aminosäuren in Epithalamin bestimmt hatten, einem Extrakt aus den Zirbeldrüsen von Rindern. Ziel war es, den wirksamen Teil dieses Extrakts als reines, einfaches Molekül nachzubauen, das sich im Labor herstellen lässt.
Wie es wirken soll
- Die Zirbeldrüse: bei alten Ratten und Affen soll Epitalon das abendliche Melatonin erhöht haben, das Hormon, das die innere Uhr mitsteuert.
- Telomerase: in menschlichen Zellen im Labor soll es das Enzym angeschaltet haben, das Telomere verlängert.
- Gene: weil es so klein ist, nehmen die Entwickler an, dass es in den Zellkern gelangt und beeinflusst, welche Gene abgelesen werden.
- Oxidativer Stress: mehrere Tierstudien beschreiben weniger Schäden durch aggressive Sauerstoffmoleküle.
Warum Telomere wichtig sind
Telomere sind sich wiederholende DNA-Abschnitte an den Enden jedes Chromosoms, ein wenig wie die Plastikkappen an Schnürsenkeln. Bei jeder Zellteilung werden sie etwas kürzer, und sehr kurze Telomere schicken Zellen in den Ruhestand. Telomerase kann sie wieder aufbauen. Die meisten erwachsenen Körperzellen halten das Enzym abgeschaltet, viele Krebszellen schalten es dagegen wieder ein. Längere Telomere sind deshalb nicht automatisch eine gute Nachricht.
Was noch unklar ist
Niemand hat gezeigt, wie viel Epitalon im menschlichen Körper erhalten bleibt, wie lange es wirkt oder welche Gewebe es erreicht. Auch sein genauer Angriffspunkt in der Zelle ist unsicher. Vieles an der Geschichte stützt sich auf Ergebnisse, die unabhängige Labore noch nicht wiederholt haben.
Kurz gesagt
- Epitalon ist eine im Labor hergestellte Kette aus vier Aminosäuren, Ala-Glu-Asp-Gly.
- Vorbild war Epithalamin, ein Extrakt aus Zirbeldrüsen von Rindern.
- Studien bringen es mit Melatonin und mit Telomeraseaktivität in Zellen in Verbindung.
- Wie es sich im menschlichen Körper verhält, ist weitgehend unbekannt.